Vandalenakt im Nationalpark Gesäuse gefährdet Katastrophenschutz

Seit dem Jahr 2013 läuft im Nationalpark Gesäuse ein Forschungsprojekt in Kooperation der Universitäten Graz und Bodenkultur in Wien. Ziel des Projektes ist es, mehr über die Zusammenhänge zwischen Verwitterung von Fels und Abtransport von Geröllen im Johnsbachtal zu erfahren. Wieviel verwittert jährlich und welche Mengen an Gestein werden schließlich über den Johnsbach in die Enns transportiert? Dazu werden jährlich Messungen des Geländes in verschiedenen Seitengräben des Baches durchgeführt, um die Veränderungen in der Mächtigkeit der Schuttmengen berechnen zu können. Ein Teil der Auswertungen muss nun leider verworfen werden, weil Messeinrichtungen durch Unbekannte entfernt wurden.

„Wir haben jetzt noch einmal alle Scan-Positionen eingemessen. Nun werden die Daten der Geschiebeanlage der BOKU von diesem Jahr mit den Schuttmengen, die aus den Gräben transportiert wurden, verglichen. Leider mussten wir einen Graben komplett auslassen, da hier 5 von 6 Reflektoren abgerissen wurden“ meldet Eric Rascher, der verantwortliche Projektmitarbeiter der UNI Graz.

Die angesprochene „Geschiebeanlage“ der BOKU misst oberhalb der Mündung des Johnsbaches in die Enns laufend die Gesamtmenge des vom Bach transportierten Materials.
Den Unis ist so leider ein Teil der wertvollen Daten verloren gegangen, die für den Gesamtvergleich wichtig sind. Nun muss man mit älteren Auswertungen aus diesem Bereich vorlieb nehmen. Der Schaden am Projekt, das durch öffentliche Mittel aus dem Wissenschaftsfond gefördert wird, kann schwer beziffert werden. „Sollte so etwas häufiger vorkommen, muss man sich Konsequenzen überlegen. Hier arbeiten wir an Erkenntnissen, die auch für den Schutz der Bevölkerung von großer Bedeutung sind“, sagt Daniel Kreiner, Forschungsleiter im Nationalpark.

Das Projekt mit dem Namen „SedynX“ (Sedimentdynamik Xeis) liefert wichtige Daten für das Management im Nationalpark und weit darüber hinaus. Bedeutend ist es auch für den Hochwasserschutz an Wildbächen, weshalb neben vielen weiteren Partnern vor allem die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) ein wichtiger Unterstützer des Projektes ist.

Rückfragehinweis:
Mag. Daniel Kreiner, Nationalpark Gesäuse +43 664 8252314 und Dipl. Geogr. Eric Rascher, UNI Graz, Institut für Geographie und Raumforschung +43 316 380 5144


 


Corpus Delicti – Reflektoren © Eric Rascher
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