Nachwuchs beim Fußabdruck

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Nachwuchs beim Fußabdruck

Unser „Begehbarer Ökologischer Fußabdruck hat abermals Nachwuchs bekommen!“

Ein Projektseminar des Hohenburger Gymnasiums/Bayern macht’s möglich. Der erste begehbare ökologische Fußabdruck in Deutschland wurde nun in der Königsdorfer Jugendsiedlung Hochland eingeweiht.

Kluge Umwelt-Fragen ausdenken, mit Baufirmen und dem Landratsamt telefonieren, Sponsoren gewinnen, Hecken pflanzen, die Eröffnungsfeier organisieren: All das, was ihr Projektseminar im Klassenzimmer und darüber hinaus umgesetzt hatte, packten sechs Hohenburger Gymnasiastinnen in einen Sketch. Zwei Jahre in zehn Minuten. Wieder hatten die Schülerinnen ihre Kreativität bewiesen. Jene Elfklässlerinnen, die zusammen mit ihrer Lehrerin Tamara Höcherl den ersten begehbaren ökologischen Fußabdruck Deutschlands schufen.

Rund 80 Gäste hatten sie zum Richtfest in die Königsdorfer Jugendsiedlung Hochland eingeladen, wo der 40 Meter lange und zwischen 10 und 18 Meter breite Hecken-Irrgarten nun fertiggestellt wurde. Höcherl nahm sich eine knappe Schulstunde, um allen Helfern und Sponsoren zu danken. „Schön, dass so viele Leute im Landkreis an einem Strang ziehen.“ Martin Hartmann reiste aus der Steiermark an. 2012 hatte er seine Idee eines begehbaren Fußabdrucks im Nationalpark Gesäuse in der Steiermark umgesetzt. Seine Intention damals: „Nicht mahnend den Zeigefinger heben, sondern auf spannende und auch humorvolle Weise zum Nachdenken anregen.“ Ein Konzept, das die Hohenburger Lehrerin Höcherl, die kein Auto hat und Flugreisen vermeidet, sofort infizierte und inspirierte.

Nun, einige Jahre später, zieren auch den Irrgarten in Königsdorf Frage- und-Antwort-Tafeln, die jugendgerecht erklären, wie man richtig heizt, umweltschonend reist, Wasser und Strom sparen kann. Wer sich zum Beispiel gegen das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel und für das Taxi Mama entscheidet, landet in der Sackgasse. Wer das Fenster lieber stundenlang kippt, als fünf Minuten stoßzulüften, auch. beim ökologischen Fußabdruck handelt es sich um ein wissenschaftliches Konzept, das Lebensstile weltweit anhand des CO2-Pro-Kopf-Verbrauchs vergleicht. „Wir Österreicher bräuchten für unsere Ansprüche drei Planeten“, erklärte Martin Hartmann. Genau wie Deutschland. Zwangsläufig liegen Länder wie Peru oder Bolivien weit unter dem Durchschnitt.

Bewunderung für die Schülerinnen zeigte der Lenggrieser Bürgermeister Werner Weindl, der für den Trägerverein „Vereinigung der Freunde der Hohenburger Schulen“ geladen war: „Ihr habt sogar in euren Ferien gearbeitet. Das hätte es bei uns früher nicht gegeben.“
(Quelle: „Tölzer Kurier“)

Drohnenfoto: Hias Krinner
Foto mit Personen: Stephan Bammer
Foto Irrgarten, terrestrisch: Erzbischöfliches Ordinariat München, Klaus D. Wolf