Besonderheiten

Endemiten – Juwele im Gesäuse

Gentianella Stiriaca GreimlerEndemiten gelten als wahre Kostbarkeiten der Pflanzen- und Tierwelt. Unter Endemiten versteht man Arten die in ihrem Vorkommen auf ein bestimmtes geographisches Areal beschränkt sind. Die Gesäuseberge bergen hier einen oft unbeachteten Schatz einzigartiger Tiere und Pflanzen.

Mehr als 50 Orchideenarten im Gesäuse

Der Frauenschuh, die größte heimische Orchidee im Gesäuses.Die Vielfalt der Lebensräume und ihre naturnahen Verhältnisse im Gesäuse bedingen eine große Vielfalt der Orchideen. Diese kann entlang unserer Wanderwege im Rahmen von geführten Touren mit unseren Nationalpark-Rangern beobachtet werden. Insgesamt sind im Nationalpark und seiner näheren Umgebung über 50 Arten bekannt. Die Orchideenblüten in ihren bunten Farben und vielfältigen Formen erfüllen auf verschiedenste Weise ihren ursprünglichen Sinn für die Fortpflanzung der Art.

Spechte der Bergwälder

Der Weißrückenspecht braucht totholzreiche Buchenwälder.Unter den Bergspechten ist der Weißrückenspecht eine Leitart, die an naturnahe Buchen-Mischwälder gebunden ist. Er benötigt ausreichend Totholz, um seine Nahrung – hauptsächlich Insektenlarven – suchen zu können. Durch Waldmanagement-Maßnahmen werden Spechte im Nationalpark Gesäuse gezielt gefördert.

Totholzbewohnende Käfer

Alpenbockkäfer, eine „Flaggschiff-Art“ des Gesäuses.Viele Insekten aus der Familie der Bockkäfer sind Totholzspezialisten. Vor allem ihre Larven entwickeln sich in abgestorbenem Holz und ernähren sich von der Zellulose. Diese sogenannten xylobionten Käfer sind im Nationalpark ein wesentlicher Indikator für naturnahe Wälder.

Aus dem Gebiet des Nationalparks sind bisher 74 Bockkäferarten nachgewiesen.

Das Gesäuse – Eine Oase der Schmetterlinge

ApolloMehr als 1.164 Schmetterlingsarten wurden bisher im Gesäuse nachgewiesen. Die Vielfalt der Lebensräume und ihr weitgehend naturnaher Zustand führen zu dieser einzigartigen Fülle an Tag- und Nachfaltern im Gebiet. Zu diesen besonders bunten und leider oft auch sehr gefährdeten Arten zählen auch europaweit geschützten Arten, wie der Goldscheckenfalter, der Gelbringfalter , der Ameisenbläuling oder auch die Spanische Flagge. 

Flussuferläufer

Der Flussuferläufer ist ein Watvogel und benötigt Schotterbänke entlang von Wildflüssen als Bruthabitat.Eine seltene zoologische Besonderheit an den Flussläufen im Gesäuse ist der Flussuferläufer. Dieser Watvogel ist ein Spezialist der Schotterbänke und -inseln. Da er seine Eier mit geringer Deckung in eine Bodenmulde ablegt, ist Unauffälligkeit oberstes Gebot. Zwischen 4 und 6 Brutpaare werden jedes Jahr im Gesäuse nachgewiesen – eine beträchtliche Zahl des steirischen Bestandes.