Geschiebemanagement

Managementplan GeschiebeEin Großteil der beeindruckenden Felsen im Gesäuse besteht aus Dachsteinkalk, der jedoch in vielen Fällen einem Sockel aus Dolomit aufsitzt. Vor allem im Westen des Nationalparks ist der Dolomit besonders auffallend. Er bildet hier eine eindrucksvolle „Erosionslandschaft“, die von tiefen Gräben und schutterfüllten Gräben, markanten Felstürmen, Runsen und Felstoren geprägt wird.

Der Dolomit verwittert relativ leicht. Daher fallen in diesen Gebieten auch große Mengen an Witterschutt an. Diese werden bei Hochwasser von den rasch anschwellenden Wildbächen in den Johnsbach und die Enns weitertransportiert oder am Rand und teilweise auch innerhalb des Bachbettes abgelagert.

Dieses Wildbachgeschiebe ist auch ein prägender Bestandteil der Dolomiterosionslandschaft. Vor allem in Form der meist trocken gefallenen Schuttgräben (Langgries, Weißenbachl, u.a.) und der Geschiebeflächen entlang von Johnsbach und Enns („Schotterbänke“) ist das Erosionsmaterial die Grundlage für einzigartige Lebensräume und ein wesentliches Charakteristikum des Gesäuses. Verbauungstätigkeiten im letzten Jahrhundert haben in ganz Mitteleuropa diese Lebensräume selten werden lassen.

Im Langgries

LanggriesDas Langgries ist ein herausragendes Beispiel für einen gewaltigen Schuttstrom, der von den Dolomitfelsen des Admonter Reichensteins „hinabfließt“. Die Menge des anfallenden Witterschutts wird auf beinahe 10.000 m³ pro Jahr geschätzt. Dieses Material wird teils bis in den Johnsbach und die Enns weitertransportiert. Hier kann man die dynamischen Prozesse von Ablagerung und Terrassenbildung auf der einen Seite und Abtragung und Weitertransport auf der anderen Seite gut beobachten.

Zum Schutz der vorhandenen Infrastruktur wurde ein Konzept erarbeitet, das die natürlichen Prozesse zulässt und dennoch den Schutz von Straße und Brücken gewährleistet. Notwendige Strategien und die Aufgabenverteilungen sind im vorliegenden Managementplan definiert worden.