Das Besucherlenkungskonzept

BesucherlenkungskonzeptDas Besuchermanagementkonzept wurde aufbauend auf VERP - The Visitor Experience and Resource Protection Framework (U.S. Department of the Interior - National Park Service 1997) - erstellt, wobei die verschiedenen gesetzlichen, landschaftlichen und touristischen Grundlagen im Nationalpark Gesäuse eine Adaption erforderten. Zusätzlich wurden die Vorgaben von „Natura 2000“ berücksichtigt und eine Risikoanalyse für die Schutzgüter durchgeführt.

Ziele des Besuchermanagements

Im Rahmen des Besuchermanagements sind gemäß § 2 des Nationalparkgesetzes sowie unter Berücksichtigung der „Natura 2000“-Vorgaben die drei Ziele:

  • Erhalt der charakteristischen Tier- und Pflanzenwelt
  • Erhalt des günstigen Erhaltungszustandes der „Natura 2000“-Schutzgüter
  • Erlebbarkeit des Gebietes für den Menschen zum Zweck der Bildung und der Erholung

Grundlagendaten

Die touristischen Grundlagen umfassen Informationen zum Tourismusverband „Alpenregion Nationalpark Gesäuse“, Betten und Nächtigungen, Schutz-, Landesforste- und Almhütten sowie zur Infrastruktur. Die naturräumlichen Grundlagen beinhalten die „Natura 2000“- Schutzgüter sowie weitere Lebensräume und Arten.

Das Konzept behandelt die Besucheraktivitäten Wandern, Klettern, Rafting und Wassersport, Canyoning, Erholung an Gewässern, Angeln, Sammeln von Pilzen, Reiten, Campieren, Höhlenbefahrungen, Flugsport und -verkehr sowie die Wintersportaktivitäten Schifahren, Schneeschuhwandern und Schlittenfahren. Weiters werden die Exkursionen des Nationalparkprogrammes, Besuchereinrichtungen und Themenwege, Veranstaltungen und kommerzielle Ausübung von Sportarten berücksichtigt.

Risikoanalyse für Schutzgüter

Birkhühner zählen zu den sensiblen Arten im Nationalparkgebiet.Nach dem Vorsorgeprinzip wurde versucht, eine möglichst vorsichtige Einschätzung des Risikos für Arten und Lebensräume durchzuführen. Denn für einige Arten bzw. Lebensräume im Nationalpark bzw.Natura 2000-Gebiet liegen bisher keine genauen Daten (z. B. Bestandsentwicklung) zur Einschätzung des Erhaltungszustandes vor. Weiters fehlen detaillierte Informationen über die Nutzungsintensität für einzelne Freizeitaktivitäten sowie eine exakte räumliche Analyse etwaiger, dadurch bedingter Störungen.

Hohe Risken der Beeinträchtigung gibt es für Schutzgüter vor allem im Bereich der Enns durch den Wassersport und die Erholung am Wasser. Weiters besteht ein hohes Risiko für Raufußhühner durch Wanderaktivitäten (v. a. im Zusammenhang mit freilaufenden Hunden) und das Schitourengehen.

Fair play im Sommer und Winter

FairplayInformationstafeln informieren über die Natur im Nationalpark. Der Nationalpark Gesäuse bietet im Sommer und Winter vielfältige Aktivitäten, die von der Enns bis in die höchsten Erhebungen des Nationalparks reichen. Diese Bereiche sind gleichzeitig Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Daher ist es uns ein Anliegen, dass Freizeitaktivitäten auch auf die Natur Rücksicht nehmen.