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Charakteristik

Das Gesäuse - eine Landschaft mit GeschichteDie Lebensräume Fels, Alm, Wald und Wasser sind die prägenden Elemente im Nationalpark Gesäuse. Der Schutz der im Nationalpark vorkommenden Tier- und Pflanzenarten sowie die Verbesserung ihrer Lebensräume sind wesentliche Aufgaben. Dabei sollen natürliche Prozesse weitgehend vom Menschen unbeeinflusst ablaufen können.

Die Gesäuseberge sind eine Schatzkiste mit besonders seltenen, nur regional vorkommenden Arten. Die Zierliche Federnelke, die man auf den Wegen zu manchen Gipfeln antreffen kann, ist eine davon. Der Flussuferläufer ist ein Vogel, der natürliche Gewässer wie die Enns im Nationalpark braucht. Der Schutz der Schotterbänke im Gesäuse sichert seine Zukunft in der Steiermark.

Der Nationalpark Gesäuse umfasst sowohl das Gesäuse, d.h. den reißenden Wildfluss der Enns mit ihrem monumentalen Durchbruchstal zwischen Admont und Hieflau, als auch die umgebenden "Gesäuseberge", die sich als wild zerklüftetes, markantes Hochgebirge mit kalkhellen, schroffen Felswänden und bizarren Graten über dem dunkel erscheinenden Talgrund der Enns erheben und eine wahrlich grandiose Szenerie bilden.

Weithin unberührte Wälder, eine ausgeprägte natürliche Dynamik, ein hoher Natürlichkeitsgrad im größten Teil des Gebirges sowie eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt waren ausschlaggebend dafür, dass der Nationalpark Gesäuse seit 26. Oktober 2002 dieser ungewöhnlichen Landschaft ein international herausragendes Prädikat verleihen darf.

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Im einzigen steirischen Nationalpark befinden sich mit überwiegend natürlichen und naturnahen Wäldern, Urwäldern sowie Feuchtgebieten und Auwäldern einzigartige Waldbiotope, deren Erhaltung in Zukunft garantiert werden soll.

Ein vorrangiges Ziel neben dem Schutz der Naturlandschaft ist die Vermittlung von umweltrelevanten Werten und die Sensibilisierung der Besucher für die Idee des Nationalparkbegriffes als höchste Form des Naturschutzes.

Mit einem abwechslungsreichen Veranstaltungsangebot, das sowohl die Vielfalt der Landschaft, der Flora und Fauna als auch der Geschichte und Kultur widerspiegelt, soll unseren Gästen der Nationalpark Gesäuse als Erlebnisraum zugänglich gemacht werden.

Im Vordergrund stehen dabei das Bewusstmachen und Erklären, das Zeigen und Beobachten, um jeden Nationalparkbesuch zu einem unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen!

Fakten

Detailkarte

Der Nationalpark Gesäuse ist der drittgrößte Nationalpark Österreichs. Er liegt im Bereich der Ennstaler Alpen/Gesäuse und umfasst im Wesentlichen die zwei Gebirgsstöcke Buchsteinmassiv und Hochtorgruppe.  

Gesamtfläche des Nationalparks: 11.306 ha (86% Naturzone)
Gründung: 26. Oktober 2002 (jüngster Nationalpark Österreichs)

Seehöhe: 490 m bis 2370 m (Höhendifferenz 1880m)
Höchste Erhebung: Hochtor 2370 m

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Geologie: Nördliche Kalkalpen, häufigste Gesteinsarten: Dachsteinkalk, Ramsaudolomit

Naturraum:

Wald 52%
Latschengebüsch 13%
Offenland 9%
Fels/Schutt 24%
Gewässer < 1%
Infrastrukur < 1%

Eigentumsverhältnisse:   

99,3 % Land Steiermark (Stmk. Landesforste)
0,5 % Öffentliche Gewässer
0,2 % Privater Grundeigentümer


Nationalparkgemeinden:    

Admont 88%
Landl 11%
St. Gallen 1%

Seit dem 5. Dezember 2003 ist der Nationalpark Gesäuse offiziell in die IUCN-Liste der international anerkannten Schutzgebiete aufgenommen und erfüllt die strengen Regeln der Kategorie II. Diese Kategorie wird durch den Nutzungsverzicht auf ¾ der Fläche charakterisiert. In dieser Kernzone („Naturzone“)  gilt Prozessschutz, d.h. es erfolgt langfristig kein Eingriff in die natürliche Dynamik. Im Gesäuse entwickelt sich wieder Wildnis.  Nur wo der Wald stärker anthropogen beeinflusst wurde,  sind während eines Übergangzeitraumes Eingriffe erlaubt, die den Sinn haben, die Rückkehr zu einer natürlichen Waldentwicklung zu beschleunigen.